Der Sax
...die Waffe eines Kriegers in der Vor- und Frühgeschichte Europas.
Der Sax war ein Gegenstand des alltäglichen Lebens, welcher auch als Waffe eingesetzt wurde. Wahrscheinlich trug jeder Krieger, egal welchen Ranges, einen solchen Sax bei sich (allein bei den Coppergate-Ausgrabungen wurden 300 Stück davon gefunden. Allerdings ist Coppergate eine rein angelsächsische Ausgrabungsstelle!).
Schon
in der merowingischen und karolinischen Zeit (5.-9. Jahrhundert) wurde der Sax getragen.
Er war die vorherrschende Hieb- und Stichwaffe der freien Männer der damaligen Zeit. Die
Länge von ca. 40 - 60 cm. und Breite von 3 - 4 cm. machten ihn in Mitteleuropa für
Jahrhunderte zur Standardwaffe - Berühmtheit erlangte der Sax aber erst durch die
Verbreitung mit den Wikingern.
Wie der Name schon andeutet,
ist der Ursprung dieses Haumessers im Sächsischen zu suchen. Insbesondere die Wikinger
haben diese Waffe übernommen und in ihrem gesamten Herrschaftsgebiet verbreitet. Bei den
Sachsen mag es die Funktion erfüllt haben, welche die Axt in Skandinavien inne hatte.
Dies würde auch erklären, warum Saxe kaum in skandinavischen Ländern gefunden wurden,
sondern überwiegend in irischen und englischen Wikingergräbern.
Beim Sax handelt es sich um ein
einschneidiges Messer, das in Längen von 75 bis 750 mm. gefunden wurde, die sich in eine
kurze Gruppe von bis zu 350 mm. und eine zweite mit Längen zwischen 500 bis 750 mm.
einteilen lassen.
Bei der kurzen Gruppe
handelt es sich wohl ursprünglich um Küchenmesser, Taschenmesser und Schnitzmesser,
welche im Kampf zum endgültigen Töten des Gegners verwendet wurden.
Die längeren Langsaxe wurden schon eher als reine Waffe entwickelt, fanden aber auch als Haumesser und zum Teilen von Wild oder Abschlagen von Ästen Verwendung, ähnlich der heutigen Machete.
In
Punkto Langsaxe ist nach Gregor von Tours auch noch der sogenannte Skramasax
überliefert. Seine Länge von bis zu 700 mm. und Breite von bis zu 80 mm. machten ihn
ebenfalls fast schon zu einem Schwert.
Auf dem
Wikingerfriedhof von Kilmainham-Islandbridge wurden unter anderem auch Langsaxklingen mit
Schwertgriff gefunden. Saxklingen verliefen gerade und waren nur einseitig geschliffen,
der Rücken war sehr breit und die Klinge oftmals sehr schwer. Das nach seinen
ursprünglichen Entwicklern, dem Volk der Sachsen, benannte Messer rundete sich nach vorn
zur Schneide hin ab und verfügte auch über eine Spitze, die auch den Einsatz als
Stichwaffe wie beim Speer zuließ. Die skandinavischen Funde weisen einen nach unten
geschwungenen Klingenrücken auf.
Der Sax wurde immer in einer
Lederscheide aus gefaltetem Leder getragen, die mit Kupfer, Messing oder Silber verziert
war, je nach dem Reichtum des Trägers. Wie auch bei den Speeren, Äxten und Schwertern,
weisen viele Fundstücke Silbertauschierungen und Einlegearbeiten auf.
Hier sind ein paar Aufnahmen von meinem eigenen Sax...

Länge über alles: 540 mm.
Klingenlänge: 380 mm. (Waffenstahl, kampftauglich)
Griffstück: 150 mm. (Hirschgeweih)
Breite: 5 mm.
Rote Lederscheide, handvernäht


Wer Interesse an einem Nachbau
einer solchen Waffe hat, möge
sich bei mir melden...