Eine Reise in die Bronzezeit

Ein Reisebericht in die Vergangenheit

Norwegen umfaßt den westlichen Teil der skandinavischen Halbinsel mit etwa 40 % der Gesamtfläche. Lang und schmal zieht sich das Land vom Kap Lindesness im Süden bis zum Nordkap über 13 Breitengrade, ca. 1.700 km Luftlinie. Flächenmäßig ist Norwegen das 5. größte Land Europa`s, besitzt aber nur knapp 4 Millionen Einwohner. Nur ein geringer Teil dieses wunderschönen Landes ist vom Menschen besiedelbar (4%).

22 % des Landes ist mit Wald bedeckt, 74 % sind Hochebenen, Gebirge und Berge. Obwohl die Durchschnittshöhe etwa 500 m. über NN beträgt, hat das Land keinen alpinen Charakter. Norwegen besitzt sehr viele Seen und hat eine reiche Flora und Fauna.

Für uns Interessierte der Vor- und Frühgeschichte ist der Verwaltungsbezirk "Farsund" im Süden Norwegens eine besondere Reise wert.

Hier in Farsund gibt es viele Ausgrabungsstätten und Kultplätze unserer Vorfahren, welche bis in die frühe Steinzeit zurückreichen.

Insbesondere will ich hier in diesem Reisebericht die Stätten "Penne" und "Kviljo" anführen. Prähistorische Felsmalereien bzw. Felsritzungen ließen sich an diesen beiden Orten ausgezeichnet untersuchen.

Die Felszeichnungen auf dem "Jaerberget" (Penne) stammen aus der frühen Bronzezeit, ca. 1.800 v.Zw.. Sie sind somit mind. 2.000 Jahre älter als alle anderen Funde auf Penne.

Hier findet man insgesamt 17 ganze und 8 unfertige Schiffe, mehrere vertiefte "Fußabdrücke" und über 70 "schalenartige" Vertiefungen in den Fels gehauen.

Auf dem Gipfel des Felsens findet sich ein "Fußabdruck", ca. Größe 41, der genau in die Richtung der Sommersonnenwende am 21.06. jeden Jahres, gerichtet ist.

Die "schalenartigen" Vertiefungen sind vielfach haufenförmig  angeordnet.

Hier ist ein weiterer "Fußabdruck" welcher nicht in die Richtung der Sommersonenwende weißt, sich aber richtungsmäßig zum Meer öffnet (ca. Größe 43).

An der Spitze dieses "Fußabdruckes" befindet sich auch hier eine dieser "schalenartigen" Vertiefungen.

Ganz in der Nähe dieser Felszeichnungen und Bearbeitungen befindet sich ein kleiner Menhir (ca. 2.000 m. Luftlinie).

Der Menhir ist von beiden Punkten aus gut sichtbar. Er ist ca. 3,5 m. groß. Es befinden sich keine Felsritzungen oder andere außergewöhnlichen Spuren auf ihm. Der ansäßige Bauer berichtete mir, daß sich der Menhir im Laufe der Zeit geneigt habe und somit von kleineren Felsen an der Unterseite gestützt werden mußte.

Der Menhir selbst scheint nicht sehr tief im Boden verankert zu sein, welches die Neigung auch erklären würde.

Auf einer ganz in der Nähe gelegenen Militärbasis der Norweger (20 m.) konnte ich bedauerlicherweise keine weiteren Inspektionen vornehmen, obwohl auch hier sich noch einige ungeklärte prähistorische Verbindungslinien befinden. Das Gelände des Militärs ist Sperrgebiet und für Touristen, wie auch für Forscher nicht zugänglich.

Hier sehen wir die Felszeichnungen auf "Kviljo" - welche zwar nichts atemberaubendes zeigen, jedoch sind hier die "Boote" wesentlich ausgeprägter. Das auffälligste an diesen Felszeichnungen aus der frühen Bronzezeit, sind die zahlreichen Bilder von stilisierten Schiffen, mit geschwungenem, langezogenem Steven. Die Schiffe sind anscheinend mit Ruderleuten bemannt, was durch dichte Reihen mit langezogenen Strichen (senkrecht) angedeutet ist.

Hinter diesem Stein mit den Felszeichnungen liegen darüber hinaus noch ein großes und sechs kleine Hügelgräber aus der Völkerwanderungszeit.

Norwegen bietet somit mehr als nur eine wunderschöne Landschaft, sauberes Wasser, eine "intakte" Natur - für Wanderer oder Angler.