Rätsel der germanischen Vorgeschichte

Die Externsteine

 

Die Bearbeitungsspuren an vielen megalithischen Großskulpturen sind Zeugnisse unserer Geistesurgeschichte.

Motto:

"Wer nicht von 3000 Jahren weiß sich Rechenschaft zu geben, bleibt im Innern unerfahren, mag von Tag zu Tage leben.

(Johann Wolfgang von Goethe)

 

Bevor wir auf die Bearbeitungsspuren an megalithischen Großskulpturen zu sprechen kommen, ist es dringend notwendig, einführend überhaupt erst einmal auf die Entstehungszeit und Ihre "Menschen" etwas näher einzugehen. 3.000 Jahre deutsche Geschichte kann man nicht in wenigen Seiten abhandeln, man kann aber einen kleinen Einblick geben.

Bekanntlich ist in letzter Zeit die Kontinuität des Denkens zwischen den Generationen verlorengegangen.

Auch mit der ausgehenden Bronzezeit setzte ein solches Geschehen ein. Hier wurde durch die Völkerwanderung die überlieferte Ursymbolkunde, Urgeschichte und Urreligion - quasi Maternalen Ursprunges - durch patriarchalische Herrschaftsmodelle abgelöst, die in den vergangenen 2.000 Jahren für viel Not und Elend verantwortlich gemacht werden müssen.

Durch das Lebenswerk des Forschers Prof. Hermann Wirth wurde der Bogen von der maternalen Megalithkultur, bis hin zu ihren spärlichen Resten als Hausmarken und - zeichen, Handwerkssymbolen und den Kultsymbolen der Naturvölker gezogen. Einen nicht geringen Teil dieser Ursymbolik übernahm die Kirche. Die Forschungen Prof. Hermann Wirth's verdeutlichen, wie sehr der Steinzeitmensch sich noch in das gesamte kosmische Geschehen eingebettet fühlte. Eine Fähigkeit, die uns heutigen weitgehend verloren gegangen ist und die wir uns mühsam mit Hilfe des unpolitischen* Zweiges des "Ökobewegung" und der Biowissenschaften wieder erarbeiten müssen. Solange jedoch der oben beschriebene Urgrund fehlt hängen unsere Bestrebungen hier vollkommen in der Luft. Erst wenn die Kontinuität wieder hergestellt ist, können wir die Ursymbolik und die Bearbeitungsspuren wieder verstehen.

In der Schule hörte man immer wieder wie primitiv doch unsere Vorfahren die Steinzeitmenschen gewesen sind. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren doch erheblich gewandelt, wobei jedoch die geistesurgeschichtliche Komponente vollkommen vernachlässigt wurde.

Moderne Forschungsmethoden, wie z.B. die Pollenanlyse, Gentechnik und die Radiocarbonmessung haben unser Bild vom steinzeitlichen Milieu in erheblicher Weise verbessert.

Populärwissenschaftliche Bücher wie die von Jean M. Auel "Ayla und der Clan des Bären", sowie das "Tal der Pferde", (Heyne - Verlag), die hier nur stellvertretend für viele andere genannt sein sollen, trugen dazu einiges bei. Allein, hier bleibt die Frage offen, sieht man von dem sicherlich anfänglich vorhandenen Dämonenglauben ab, wie sah den nun das Weltbild unserer steinzeitlichen Vorfahren eigentlich aus ?

Steinzeitliche Felsritzungen sind niemals Kritzeleien, schon gar nicht von Kindern gemacht. Um diese Bearbeitungsspuren und Felsritzungen richtig zu deuten muß man mehrere wissenschaftliche Disziplinen miteinander verbinden. Interdisziplinäres Vorgehen ist bei vielen Projekten der erste Schritt zu einem wesensübergreifenden Verständnis der Dinge die um uns herum geschehen. 

Folgendes Beispiel aus unserer Vorgeschichtsforschung mag für Sie als Leser hierzu angeführt sein:

Im Jahre 1880 tagte in Lissabon der internationale Kongreß für Anthropologie und prähistorische Archäologie. Unter den zahlreichen Teilnehmern befand sich auch die medizinisch-anthropologische Kapazität Prof. Rudolf Virchow, Berlin, der die Abstammungstheorie und den altsteinzeitlichen Charakter des 1856 gefundenen Neandertalers - entdeckt durch den Gymnasiallehrer Dr. Fuhlrott aus Eberfeld - ablehnte und als degenerative Entartung eines neuzeitlichen Schädels bezeichnete. Infolge dieses damals und auch noch heute weitverbreiteten Autoritätsglaubens an die Aussagen der Wissenschaft, dauerte es 50 Jahre, bis sich die Erkenntnis vom fossilen Charakter des Neandertalers durchsetzte.

Auf diesem Kongreß stellte nun der spanische Edelmann Don Marcelino de Sautuola die durch einen Maler kopierten - inzwischen weltbekannten - Felsbilder der Höhle von Altamira, die auf seinem Grund und Boden lag, vor.

Die Vorführung der Bilder sowie die Inaugenscheinnahme der Höhle durch die Kongreßmitglieder wurde einstimmig abgelehnt.

Ja, man behauptete sogar, Don Sautuola habe die Bilder in der Höhle von Altamira in Auftrag gegeben und sei somit ein Fälscher und Betrüger. Erst um 1915 wurden von spanischen und deutschen Professoren die Felsmalereien von Altamira als der früheren Steinzeit zugehörig anerkannt.

Zeiteinteilung und prähistorische Menschentypen

Beginnen wir mit dem Paläolithikum, der Altsteinzeit:

Folgende Menschengruppen wurden aufgrund von Skelettfunden der Steinzeit zugeordnet:

1. Homo labilis, zur Australopithecus-Gruppe gehörend. Er lebte 7-1 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung, war ca. 1.20 m. groß und hatte ein Hirngewicht von ca. 600-700 gr., was in etwa dem des Gorilla entspricht.

Er besaß starke Augenwülste, ein Kinn fehlte ihm, dafür waren starke Zähne vorhanden. Von Ihm stammt der

2. Homo erectus, zur Pithecanthropus-Gruppe gehörend. Sie gliederte sich in Java - Mensch, Heidelberg - Mensch, Peking - Mensch im Pleistozän = Diluvium, den ersten Eiszeiten vor ca. 600.000 Jahren. Diese Menschen waren schon ca. 1.50 m. groß, hatten bereits ein Hirngewicht von ca. 800 - 1000 gr., eine niedrige Stirn mit kräftigen Augen wülsten und einem angedeutetem Kinn. Sie kannten und benutzten das Feuer, ohne es jedoch selbst erzeugen zu können. Als Allzweckgeräte dienten Ihnen die Faustkeile.

3. Die Neandertaloiden tauchten in der letzten Eiszeit (Wurmeiszeit) 120.000 8000 v.Zt. auf. Manche Forscher nehmen tatsächlich an, daß sich der Homo sapiens von Ihnen ableitet, dies scheint durch neueste Forschungsergebnisse endgültig widerlegt worden zu sein! Sie hatten ein Hirngewicht von ca. 1100 - 1700 gr. (heutiger Mensch um 1.400 gr.), waren 1.60 m. groß, von plumper Gestalt aber kräftig. Die Neandertaler waren sehr widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse, trugen Fellkleidung und lebten in Höhlen oder zeltartig überdachten Erdhöhlen.

Als erste Lebewesen bestatteten sie Ihre Toten und gaben Ihnen Totengaben mit ins Grab, aus diesem Grund muß bei Ihnen bereits eine Art Jenseitsglaube bestanden haben. Gegen Ende der Eiszeit starben Sie dann plötzlich, an scheinend ohne Grund, aus.

4. Ihnen folgten die fortgeschrittenen Jägerkulturen unter dem Homo sapiens.

In der jüngeren Altsteinzeit (Jungpaläolithikum) dürfte die Aufspaltung der Menschheit in die heute zu findenden Gruppierungen erfolgt sein.

Die Europiden sind ungefähr vor etwa 35.000 Jahren v.Zt. zuerst in Mittel- und Südfrankreich und in Nordspanien aufgetaucht und stammen wahrscheinlich aus dem "atlantischen" Norden, der damals über dem Meeresspiegel lag, weil es noch nicht zur Kontinentalverschiebung im Sinne Alfred Wegeners (Polarforscher 1880 - 1930) gekommen war. Diese These stimmt mit der Ansicht Prof. Hermann Wirths überein, der den Ursprung aller Kultsymbolik von prähistorischen Felsritzungen und prähistorischen Zeichnungen in den arktisch - subarktischen Raum aufgrund der astronomischen Konstellation verlegt.

Diese "Nordmenschen" waren ca. 1.70 m groß, schlankgliedrig und wohlproportioniert, mit ausgeprägter Stirn und Kinn, schmaler, großer Nase und einem Hirngewicht um 1.400 gr., und somit neben dem etwas kantigerem Gesichtstyp der Cromagnon Menschen , welche die Vorläufer der fälischen Rasse darstellen.

Bei Ihnen fanden sich vielfältige Arten von gut entwickelten Steinwerkzeugen, ebenso die Anfänge einer dörflichen Kultur und erste künstlerische Betätigungen als Tänzer, Flötenspieler, sowie in Form von Felsmalereien und Felsbearbeitungen ( Externsteine, Istenberg-Bruchhauser-Steine im Kreis Brilon ).

Verweisen möchte ich hier speziell auf das großartige Werk von Frau Elisabeth Neumann-Gundrum 'Europas Kultur der Großskulpturen'. Ebenso sollte das Werk von Dorothea Regber ' Der Gral und die Ureuropäer', welches sich mit stein- und eiszeitlichen Kleinskulpturen beschäftigt, erwähnt werden.

Nach den Fundorten der genannten Höhlenfelsbilder spricht man von einer Aurigniacien- und Magdalienen- Kultur. In diesen Felsbildern ist bereits Raum und Bewegung berücksichtigt und sie stellen einen kulturellen Höhepunkt dar- meist Jagdszenen schildernd- der erst wieder 15.000 Jahre später von den altorientalischen Hochkulturen erreicht wurde.

Man schätzt die gesamte Erdbevölkerung vor 30 - 20.000 Jahren v. Zt. auf höchstens 3 Millionen Menschen ein. Diese frühen Jäger und Sammlerkulturen mußten , um überleben zu können, folgende Eigenschaften besitzen:

Kraft, Mut, Einsatzfreude, Offenheit, Wahrheitsliebe, Ehrlichkeit, sowie Hilfs- und Opferbereitschaft, Tapferkeit, Standhaftigkeit, Ausdauer und Zähigkeit, Unempfindlichkeit gegen Schmerzen und gegen die Unbilden der Natur.

Wer von uns heutigen würde nicht recht nachdenklich werden, ob diese Tugenden an die Jugend von Heute weitergegeben wurden.

An jagbaren Tieren waren in den Interglacialzeiten folgende Arten vorhanden: Altelefant (Elephas antiquus), Mercksches Nashorn, Flußpferd, Urwiesent, Wildschwein, Riesenhirsch, Dammhirsch, Reh, Wildpferd, Hyäne, Wildkatze, Höhlenlöwe, Bär, Wolf und Dachs. Ferner Fuchs und Feldhase sowie Vielfraß, Igel, Maulwurf, Biber, Maus, Eichhörnchen, Hamster und Murmeltier.

In der Kaltzeit (Eiszeit) traten zusätzlich noch auf: Mammut (Elephas prigeminus), Wollhaarnashorn, Rentier, Höhlenbär, Schneehase, Schneehuhn.

Kommen wir jetzt zum Mesolithikum, der mittleren Steinzeit:

Durch die zunehmende Vermehrung der Jägervölker wird das Wild knapp, so daß zuerst Wildgetreidearten zur Ernährung mit verwendet wurden. Hierdurch kam es zur allmählichen Seßhaftwerdung und zur Bodenbebauung in Form des Hackbaues, mit Cervidengeweihen, was ein Charakteristikum des nachfolgenden

Neolithikum's, der Jungsteinzeit darstellt. Wobei der Hackbau wahrscheinlich von der Frau erfunden wurde. Es entwickelten sich feste Gemeinschaften, die den im Gemeinbesitz befindlichen Boden bearbeiteten ( germanisches Odil-Recht, später Allmende). Dies erfolgte ab ungefähr 8.000 Jahren v.Zt. Man baute Gerste, Hirse, Weizen und Hülsenfrüchte an, hielt Wildziegen, Wildschafe, später Rinder und Schweine sowie Geflügel. Hinzu kamen zunehmende handwerkliche Fähigkeiten wie Töpferei, Spinnen und Weben.

Im Bereich des Jungpaläolithikum/Mesolithikum/Neolithikum entstanden dann auch die ersten Bearbeitungsspuren an Großskulpturen. Diese Bearbeitungen sind nicht genau eingrenzbar, alleine schon vom zeitlichen Faktor aus gesehen.

Nachweisbar ist allerdings, daß Bearbeitungen von Großskulpturen über einen enorm langen Zeitraum vorgenommen worden sein müssen.

Vorrangig ist heute das was davon noch sichtbar ist, was die inhaltliche Aussage betrifft können wir nur vermuten.

Eindeutig ist die Aussage, daß es sich hierbei nicht um einzelne Werke handelt, sondern um gewaltige Gesamtkompositionen von monumentaler Größe.

Alle "Figuren" stehen in einem sinnvollen Zusammenhang, bis zur Darstellung ganzer Vorgänge wie sie einst erlebt worden sein mögen, von Handlungen, von "Szenen".

Wer zu den Externsteinen fährt, sollte ein gutes Fernglas immer bei sich tragen. Bestimmte Punkte (Bearbeitungsspuren) sind teilweise sehr unzugänglich bzw. von einigen Punkten überhaupt nicht zu sehen, bzw. sehr schwer zu entdecken.

Hier im obersten Bereich des etwa 40 m. senkrecht anfragenden Felsens, in solcher Höhe am sichersten vor Angriffen geschätzt, wird sofort dem Betrachter eine Komposition vorgetragen die alle Vorstellungen von Steinbearbeitungen aus diesem Zeitabschnitt sprengt. Es stellt sich alles einfach und deutlich dar, in seinem miteinander von Naivität (im positiven Sinne unbefangener Offenheit) und genialer schöpferischer Geisteskraft.

Die Dreieinheit der Felsköpfe als megalithisches Triptychon erfüllt den gesamten Wesensgeist dieser Zeitperiode.

Wenden wir uns zuerst dem schon fast berühmt gewordenen "Rufer" der Stätte zu. Nach dem Gesamteindruck dieses Steinbildwerkes, hat Prof. Dr. Burgstaller, Präsident der internationalen Gesellschaft für Felsbildforschung, Linz, das Gesamtkunstwerk "das edelste Kunstwerk des Abendlandes' genannt.

Die Höhe des sog. "Rufers" wurde durch Vorhängen eines Bandmaßes auf 6,60 m. ermittelt. Durch die ganze Breite des Felsbildes, vom linken, unteren Nasenflügelrand bis zur Einwölbung unterhalb des Hinterkopfes, verläuft eine fast waagerechte , vertiefte Linie. Arbeitsspuren verraten, daß es sich hierbei um eine gewollte Markierung handelt. Sie gliedert das Anglitz des Menschenkopfes gleichsam in zwei Teile, einen oberen und einen unteren.

Der stellenweise nicht eingetiefte, unterbrechungslose Verlauf ihres Zusammenhanges nach links, bildet die Rückenlinie einer beträchtlichen Echse. Dessen offenes Maul zugleich auch der Mund des rufenden Mannes ist.

Das große Auge des Tieres , durch ein gleichzeitiges Dreieck mit konvexen Randungen dargestellt, zeigt mit seiner Spitze senkrecht nach unten.

Der Schweizer Zoologe Prof. Dr. Adolf Portmann/Basel hat Sie als bildhauerische Wiedergabe der noch heute im Teuteburger Wald lebenden Smaragdeidechse bezeichnet.

Das es sich auch nicht in all' diesen Fällen um "Spiele" der Natur handelt, sondern um vom Geist und Willen des Menschen bestimmte Arbeiten, Kunstwerke, ist jedem aufrichtig Prüfenden der Dinge selbstverständlich, Tatsachen sind unbestreitbar.

Die genannte Eidechse wird heute etwa 50 cm. lang. Am Haupt des Rufers hat Sie eine Gesamtlänge von ca. 1 m. (+ - 5 cm. ).

Eine sichere Menschenarbeit ist auch das Mal, welches die Stirn des Rufers ziert. Ein Stern von 6 Zacken. Daß das Hexagramm nicht-jüdischer Herkunft ist, haben jüdische Gelehrte selbst veröffentlicht.

"Das Hexagramm hat ursprünglich nichts mit dem Judentum zu tun". Aus: Ehrlich, Kultsymbole im Alten Testament und im nachbiblischen Judentum, Stuttgart 1957. Hierauf gründend: "Monumenta Judaica". Ausstellungskatalog, Köln 1964: "Der Davidstern", E 265-267.

Darüber hinaus sei dem Leser kurz angemerkt, daß jüdische Gelehrte an einer Studie über die wahre Herkunft des Hexagramm (Judenstern) gearbeitet haben.

Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse steht leider allerdings immer noch aus.

Physikern ist die enorme Belastbarkeit von Konstruktionen unter zur Hilfenahme der Sechseckanordnung wohl bekannt. Welche heute nicht nur in der Raumfahrt ihren Widerhall findet.

(Allein die Kugelform verträgt noch mehr Belastung, wie z.B. durch konzentrierte kinetische Energie).

Zurück jedoch zum Turmfelsen - in ihm ist eine astronomische Beobachtungsstation eingebaut, so Prof. Dr. Rolf Müller, welche alle möglichen Beobachtungen, inkl. der Sonnenwenden zuläßt.

Ein weiterer Punkt an den Externsteinfelsen ist ein Gesicht mit einem sog. blinden Auge:

Dieses sog. blinde Auge ist gar keines.

Der Göttervater Odin wird z.B. auch immer mit einem blinden Auge dargestellt. Dieses "blinde" Auge hat eine ganz besondere Geschichte. Um als Göttervater über die anderen Götter herrschen zu können benötigte Odin Weisheit und die Kraft der Vorhersage. Um dieses zu erlangen verkaufte er an ein Orakel als Preis dafür ein Auge. Die Raben Hugin & Munin die immer mit Odin zusammen abgebildet sind, repräsentieren übrigens die Kräfte der Vorhersage und der Weisheit - als Denker und Seher.

Bei dem sog. "blinden" Auge handelt es sich laut der germanischen Mythologie nicht um tatsächliche Blindheit, sondern um die sog. Zwiesicht. Dieses "Sehen" nach außen und innen charakterisiert die Grundhaltung der damaligen "Germanen". Hier finden wir eine seelisch-geistige Grundhaltung welche der Mensch von Heute nicht wiedergefunden hat.

Diese mythisch/eddische "Einäugigkeit" ist nur in Europa zu finden.

Sämtliche Kulturen Asiens, Amerikas und Afrikas weisen nirgends ein Bild der sog. Zwiesicht auf.

Beide Augen öffnete einst Griechenland, hingegeben der Erscheinungssphäre und verlor sich an Sie. Zeichenhaft: Tötung des Sokrates, der den ergänzenden Weg gewiesen hatte. Beide Augen schloß Indien, jedes Bild des Buddha zeigt es, enthob sich somit allen Gestaltungsforderungen. In Alteuropa hatte sich aber unlängst die schöpferische Entfaltung des Kerngeistes und Kernwillens der Geschichte das Vorhandensein eines zwiesichtig-ganzheitlichen Menschenbewußtseins hervorgebracht.

Die Gesamtthematik dieses megalithischen Triptychons, welches den Felsen IV Ost krönt, spricht von nichts besonderem als dem hohen Seinsgrade- und Grunde dessen, was den Menschen zum Menschen macht.

Ein weiterer, aber besonders hervorzuhebender Punkt bei den Externsteinen, ist die Abbildung eines Schafes von mind. 10.000 Jahren Alter.

Auf Felsen IV, von unten nie zu erblicken, im Hintergrund des sog. Wackelsteines, befindet sich eine besondere Hochfläche. Sie ist aus der altastronomischen Beobachtungskammer des Felsens II zwar oberflächlich einblickbar, ohne das jedoch augenfälligeres einsehbar wird.

Erst der Steilaufstieg von der Westseite des Felsens IV vermittelt oben, auf ihr Überraschendes und Wichtiges. Dort erblickt man ein gebildhauerten rd. 3 m. langer, rd. 2 m. hoher Kopf jenes durch Ausgrabungen bekannten, auch in Europa bodenständig gewesenen, riesigen Alt - Schafes , hier des Widders. Der seit seiner Domestikation ab 8.000 v.Zt. nicht mehr in seinen früheren Ausmaßen gelebt hat.

Schulterhöhe gleich einem 1 jährigen Rind, 1.20 m. , Gehörnspanne 3 m.. Der Ordinarius für zoologische Morphologie Prof. Dr. K.A. Seitz, Marburg, sieht in diesem großskulpturigen Widderkopf eine eindeutige Darstellung des der Forschung wohlbekannten urgeschichtlichen Riesenschafes vom Typ Ovis Argali, ebenso wie der Ordinarius Prof. Dr. Müller - Beck, Tübingen.

Als abschließenden, aber für Sie als Leser fast unglaublichen Punkt, gehen wir von den Externsteinen in einem kleinen Abstecher zum Goldstein des Istenberges:

Hier finden wir, stark verwittert eine fast gespenstische Szene, eine Abbildung eines Neandertalers und eines Homo sapiens zusammen.

Da sich in Ihrem Erscheinungszeitraum beide "Menschentypen" kurzzeitig überschneiden (ca. 35.000 bis 8.000 v.Zt.) ist ein Zusammentreffen dieser beiden nicht vollkommen unmöglich.

Prof. Dr. Hans Mislin/Schweiz war geradezu überwältigt von dieser "Begegnung" zwischen einem Homo sapiens sapiens und einem Neandertaler.

Obwohl die Darstellung des Treffens - stark verwittert ist, gibt die Nachzeichnung einen gewissen Eindruck in das, was hier einmal für alle sichtbar war.

Was hier nur all' zu kurz für alle angerissen wurde, ist in diesen Beispielen der Urwissens- und Urwillensausdruck unserer europäischen Menschheitsgruppe , die in der Geschichtsspanne des Megalithikum zu einer schöpferischen Größe fast über sich selbst hinauswuchs.

Mehrfach wurde dieses Bewußtsein mittels Feuer und Schwert von bloßer Hersch- und Machtsucht durch Trägerschaften geringer wertiger Bewustseinshöhe niedergehalten.

Alles wurde mehrfach einer fast totalen Zerstörung unterworfen. Eine Erinnerung sollte nicht möglich sein, doch wie so oft unterliefen diesen bis heute existenten Institutionen Fehler. Nie war das Wirken vollkommen, nie wurde wirklich auch noch der letzte Stumpf ausgegraben und zur Feuerstelle gebracht und verbrannt.

Unsere europäische Urgeschichte wird wiederkehren, ihr Aufbruch ist nicht mehr zu verhindern. Eine zweite Renaissance Europas , diesmal aus grundhafterer Eigenbasis - als die erste mit "Hilfe" der griechisch - römisch - christlichen Antike wird den Durchbruch zu einem Bewußtsein bringen, welches uns einem ganzheitlichen (zwiesichtigen) Wollen und Schaffen den Weg zeigen wird.

Hochkulturen haben nicht nur in Südamerika, Ägypten und Fernost existiert. Hier, direkt vor unserer Haustür liegen viele Pfade zu unserer eigenen "vergangenen" Hochkultur. Welche als erste Ihrer Art auf diesem Planeten die Frage für uns alle aufwirft - wer hinter all' dieser menschlichen Entwicklung steht.

Die geistige Entwicklung der Menschheit ist nicht Zufall, Ihre Schöpfungen nicht aus reiner Abenteuerlust entstanden. Das Eingebettet-Sein, ein ganzheitliches Denken bietet uns eventuell eine zweite Chance zu erfahren, wer hinter all' diesem steht.

Nur das Leben im Bewußtsein unserer Ahnen und Vorfahren/ im ganzheitlichen Sein liegt der Schlüssel zum Verständnis der Dinge die um uns herum sind, waren und noch geschehen.

Die Vor- und Frühgeschichte bietet dem bewußt verschütteten Alteuropa die Chance aufzuerstehen wie der Phönix aus der Asche.

 

Quellenangaben:

1. Ulrich von Motz, Die Externsteine - Ein Volksheiligtum Verlag Hohe Warte - Pähl 1954

2. Ferdinand Seitz, Die Irminsul - Im Felsenrelief der Externsteine Franz von Bebenburg - 1962 - Pähl

3. Thorolf Wardle, Neue Runenkunde, Faksimile Verlag Bremen 1987

4. Dipl. sc. pol. F. Bartelt, Die Externsteine, Wagener Verlag - Lemgo - 1980

5. Hermann J. Dörr, Die Externsteine, Esoterische Akademie Düsseldorf 1977

6. Karl Hermann, Die Geschichte der Externsteine, Deutsches Jugendbildungswerk AVÖ - Huggelfing Obb. 1988

7. Hans J. Elbing, Bemerkungen zur Geschichte der Externsteine von Karl Hermann Selbstdruck 1991

8. Ferdinand Seitz, Rätsel um die Externsteine Verlag Hohe Warte 1962 - Pähl

9. Hermann Wirth, Der Neue Externsteinführer Volkstum Verlag Wien 1969

10. Dr. A. Lambardt, Ursymbole der Megalithkultur Verlag Heitz & Höffkes - Essen -

11. E. Neumann - Gundrum, Arbeitsspuren an megalithischen Großskulpturen Jung Verlag 1989

12. Freek Haye Hamkens Der Externstein Grabert Verlag 1971

13. Ralph Blum, Runen, Nordland Verlag Dänemark - Hugendubel -

14. Europäische Sammlung für Urgemeinschaftskunde e.V. Das neue Faltblatt von den Externsteinen

15. E. Heinsius, Dr. Hane W. Hansen - Künstler & Wissenschaftler - Nachruf Faksimile Verlag 1988

                    17. Hermann Wirth, Europäische Urreligionen,                                            die Externsteine, Volkstum Verlag Wien 1980